2020 Krippentour 01 (B. Mackes) (c) B. Mackes

Auf Kreppchestour in Köln am 7. und 8.1.2020

2020 Krippentour 01 (B. Mackes)
Di 28. Jan 2020
Margret Wirtz und Dagmar Pardon-Neuenhaus

Bericht Krippenfahrt am 07.01.2020

„Köln, wir kommen!“ Darauf haben wir uns wieder richtig gefreut. Mit Günter Leitner auf Tour, um Krippen in Köln zu besuchen, ist einfach jedes Mal ein Erlebnis. Die erste Gruppe kommt mit 47 Personen in die Domstadt. Nach „Kaffee rein, Kaffee raus“ erwarten wir um 14.00 Uhr unseren Krippenführer. Wir sind erschrocken, Günter Leitner kommt mit zwei Gehstützen. Zum Glück ist er nicht verletzt, sondern wartet auf eine Hüft-OP. Trotz Schmerzen steigt er in unseren Bus, um mit uns umherzufahren. Es geht auch gleich los. Da einige heute zum ersten Mal dabei sind, gibt es von ihm Erklärungen zum Entstehen der Krippenfahrten. Gerne hören wir auch seine Geschichten zur noch weihnachtlichen Zeit, kunsthistorische Ausführungen zur Gegend, zu Stadtteilen und Gebäuden. Die vorgetragenen Gedichte – wie z.B. das Chrisboom-Gedicht – und Lieder – z.B. vom Nikolaus sind immer wieder hörenswert.. Die Krippen in St. Andreas Wesseling-Keldenich und in Heilige Drei Könige Rondorf werden wir sehen, und wenn noch Zeit bleibt, auch die der Antoniterkirche.

Die dreischiffige St. Andreas-Kirche hat bedeutende alte Fresken. Die Ausmalungen aus dem 19. Jahrhundert sind gut angepasst, ebenso wie die Krippe, deren Figuren von Mali Jansen geschaffen wurden. Die Figuren, zunächst aus Gips, haben ganz weiche Gesichter. Systematisch wurden und werden sie nach und nach durch Holzfiguren ersetzt. Die Sterndeuter machen sich gerade wieder auf den Rückweg. Anmut – Stille – Demut, die Krippe wirkt beruhigend. „Maria bewahrte alles in ihrem Herzen“. Günter Leitner vermittelt uns hier eine einzigartige, in Köln nicht mehr zu findende Krippe.

In der Kirche fallen Werke des Metallbildhauers, Malers und Kunstschmieds Hans Nagel ins Auge, Kreuzweg, verschiedene kleinere Skulpturen sowie ein großes Kreuz, an dem ein Siegerkranz angebracht ist und zu Füßen liegt ein Totenkopf. Auf dem Friedhof vor der Kirche wurde er 2015 im Alter von 90 Jahren beerdigt.

Nach dem Weihnachtslied „Süßer die Glocken nie klingen“ und dem Neuwerker „Gegrüßet seist du, Maria“ verlassen wir eine eindrucksvolle Kirche. Draußen, vor der Kirche.

Über dem Eingangsportal der Kirche Heilige Drei Könige sind die Heiligen abgebildet, in Stein gemeißelt und vor der Kirche ist eine Skulptur aus drei Kronen aufgestellt. Eine Co-Moderatorin erwartet uns und führt uns in die Kirche zur Krippe. Bunt ausgeleuchtet in den Farben grün und blau, symbolisch für Rhein und Weg ist diese Krippe mit beweglichen Figuren ausgestattet, für uns gewöhnungsbedürftig. Zudem nehmen wir die Ausführungen und Erklärungen von Günter Leitner lieber an als die der „Kollegin“. Vor der Kulisse dieser Krippe bringen wir dann „Staunet Himmel“ zu Gehör. Für eine dritte Krippe ist leider keine Zeit mehr.

Deshalb fahren wir auf direktem Weg zum Abendessen „Bei d’r Tant“. Danach geht es zufrieden zurück nach Neuwerk und bald schon sind wir  zu Hause.

Margret Wirtz

 

 

Bericht Krippenfahrt am 08.01.2020

Welch unterschiedliche Impulse der szenische Aufbau von Krippen bei den Betrachtern weckt, zeigte sich in den Kölner Krippenfahrten am 07. und 08.01.2020.

In der Kirche St. Elisabeth (Köln-Höhenberg) sind Krippe, Altar und Kreuz ein Gesamtwerk. „Seht das Lamm Gottes, das hinweg nimmt die Sünden der Welt,“ platziert direkt auf Höhe des Altars, unter dem Maria und ihr Erstgeborener in einer Höhle auf die Ankunft der drei heiligen Könige warten, derweil Josef den Eingang bewacht mit Hund und Schafen. Zwei gleich hohe Tannenbäume rahmen das Kreuz hinter dem Altar ein, rücken es dadurch gleichsam in den Blickpunkt: Vollendung des gerade erst begonnenen Lebens. Es mangelt in dieser Krippenlandschaft nicht an weiteren Symbolen: ein Hahn, eine Schubkarre mit Korn, Körbe mit Trauben, Dornensträucher, Wurzeln… Die Fensterbilder der Kirche erinnern mit den sieben Werken der Barmherzigkeit Christen daran, worauf es im Leben ankommt: Tätige Nächstenliebe.

Die Kirche St. Theodor in Vingst überrascht auf verschiedene Weise. Zuerst einmal in der Architektur als moderner Rundbau mit umlaufender Treppe an der Außenfassade und einem Cafe-Bereich im Innern. Im Kontrast gegen die Moderne steht das ursprünglich wirkende Kreuz aus 300 Jahre altem Dachgebälk. „Wir sind Jeder ein Stern“ ist groß auf einem neben dem Kreuz hängenden Banner zu lesen. Weiter gehen die Überraschungen an der Krippe: Die drei Könige reisen getrennt aus unterschiedlichen Richtungen an; einer ist statt mit Kamel mit einem Elefanten unterwegs. Der Stall mit der Heiligen Familie grenzt an einen See mit einem Fischer. Er ist dabei und wartet auf das, was kommen wird.

Die Basilika St. Peter nennt sich Kunst-Station. „DON‘T WORRY“ leuchtet den Besuchern schon von Weitem entgegen und griechisch „MH MEPIMNA“. Was das heißt zeigt sich auf den beiden anderen Turmseiten, auf denen in Latein „NOLI SOLICITUS ESSE“ und „SORGE DICH NICHT“ zu lesen ist. Welche Krippenkunst erwartet den Besucher hier? Ein eckiger Betonbehälter, in dem auf Heu eine Tonfigur liegt. Minimalismus pur. Allerdings sollte man diese Krippe als Teil der ihr gegenüberliegenden raumgreifenden Skulptur begreifen: Ein Container in elf Querschnitten  mit Spuren unterschiedlicher Nutzung. Zuerst diente er als Wohnung für jüdische Siedler, dann wurde er von Palästinensern genutzt, von Menschen, die heute dort leben, wo damals Jesus in einem engen, kargen Raum geboren wurde. Der Anblick des Containers weckt viele Assoziationen als Wohn- oder Schiffscontainer, als Sinnbild für Besiedlung und Vertreibung, für Globalisierung mit Grenzziehung und Ausgrenzung. Er prangt im Mittelschiff vor dem Altar. Unausweichlich. Die Krippe ist das Einzige, das auch im Januar noch an Weihnachten erinnert. „Don‘ worry- sorge dich nicht“ ist draußen wieder zum Abschied zu lesen.

                                                                                              Dagmar Pardon-Neuenhaus

 

 

Zu den bereits mit Herrn Leitner ausgemachten Terminen können Sie sich ab sofort anmelden bei

Marie-Luise Esser – 66 45 19.

Lichterfahrt mit Weihnachtsmärkten in Köln: 08.12.2020 – 11.00 Uhr

Krippenfahrt im nächsten Jahr am Dienstag, 05.01.2021– 12.00 Uhr.

Treffpunkt für alle Fahrten ist die Pfarrkirche Neuwerk.

                                                                                                                                             

Für den Arbeitskreis    Margret Wirtz

2020 Krippenfahrt

Di 28. Jan 2020
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