2022 Fronleichnam 00 (H. Hoffacker) (c) H. Hoffacker

Fronleichnam 2022

2022 Fronleichnam 00 (H. Hoffacker)
Datum:
Di. 21. Juni 2022
Von:
Pascal Adamek

Am 16. Juni konnten wir in unserer Gemeinde nach 2 Jahren pandemiebedingter Unterbrechung Fronleichnam wieder in vertrauter Weise feiern.
Den Beginn bildete die Eucharistiefeier um 9.30 Uhr auf der Sibilla-Deussen-Straße in Bettrath, die vertretungsweise von Pfarrer Biste zelebriert wurde. An dieser Stelle sei aufs Herzlichste für die Bereitschaft gedankt, diesen Dienst kurzfristig zu übernehmen.
Der von den in großer Zahl anwesenden Pfadfindern aus naturbelassenem Holz errichtete Altar war ein besonderer Beitrag, der sich, mit dem Wildblumenschmuck perfekt in die idyllische, grüne Landschaft im Hintergrund eingefügt hat.
An den drei Stationen der anschließenden Prozession wurde jeweils ein Aspekt des diesjährigen Mottos der Erstkommunion „Glaube-Abenteuer-Freundschaft“ betrachtet. Die reiche Sammlung an Ideen und Texten kam durch den Liturgieausschuss zustande. 
Selbst übertroffen haben sich in diesem Jahr die Nachbarschaften, die mit den festlich geschmückten Segensaltären, den Fähnchen, Kreuzen und Figuren, den Prozessionsweg hergerichtet haben. 
Die musikalische Gestaltung durch den Kirchenchor und die Bettrather Musikanten - den sommerlichen Temperaturen zum Trotz - ist besonders zu erwähnen.
Danken möchten wir aber auch den Abordnungen der Bruderschaften, den Messdienern sowie den Kommunion- und Kindergartenkindern und allen Helfern, die zum Gelingen des Festes beigetragen haben, das nach dem Schlusssegen mit einem Umtrunk vor der Herz-Jesu-Kirche endete.

Pascal Adamek, Ortsausschuss Bettrath

 

Gedanken über Fronleichnam

„Happy Kadaver“: Mit dieser durchaus provokanten Verballhornung des uns heute in seiner Bedeutung nicht mehr direkt zugänglichen Worts „Fronleichnam“ wurde ich am 16. Juni als Zuhörer der „Morningshow“ von Radio 90.1 begrüßt.
Nach dem ersten Entsetzen über die Schärfe des Ausdrucks musste ich jedoch einräumen, dass das Wort „Leichnam“ in unserem Sprachgebrauch nur Sinn ergibt, wenn es etwas als „tot“ - auf der Erde vergangen - bezeichnet. Ein unangenehmes Thema. 
Darüber hinaus ist uns der Wortbestandteil „Fron“ in unserer heutigen Umgangssprache etwa im „Frondienst“ geläufig; also eine Arbeit, die mühsam und unliebsam ist.
Dem ersten Anschein nach ist „Fronleichnam“ also in doppelter Weise ein negatives Wort.
Auch wenn sich im „Happy“ zwar noch die Freude über den sommerlichen, freien Tag ausdrückt und somit „Fronleichnam“ (mathematisch betrachtet) zu einem einfach negativen Begriff relativiert wird, ist das Gegenteil richtig:
Fronleichnam ist ein positives Fest.
Die Entschlüsselung des Bedeutungssinns über die mittelhochdeutschen Worte „vrône“ (des Herrn) und „lîcham“ (Leib) legen den tatsächlichen Sinn frei und weisen die Überlegungen von „unliebsamer Arbeit“ und „totem Körper“ zurück.
Es geht um die lebendige Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie.
Die Freude darüber zeigen wir in der festlichen Prachtentfaltung der Prozession durch unsere Straßen und die Spendung des sakramentalen Segens in allen Himmelsrichtungen über unseren Ort.
Diese Zeichen dafür, dass Jesus unter den Menschen bleibt, ist vielen ein geheimnisvoller, unverständlicher Brauch, denn der Grund des Feierns bleibt weniger greifbar als an anderen Hochfesten, wie etwa Ostern oder Weihnachten, an denen es um konkrete Lebensereignisse geht. 
Möglicherweise begehen wir aber gerade auf diese Art Fronleichnam in rechter Weise; schließlich geht es um das, was wir in jeder Messe eben als das
„Geheimnis des Glaubens“  feiern.
Pascal Adamek

2022 Fronleichnam

Di. 21. Juni 2022
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