Rastplatz (Martin Manigatterer, pfarrbriefservice.de) (c) M. Manigatterer in: Pfarrbriefservice.de

Impuls zum Sonntag

Rastplatz (Martin Manigatterer, pfarrbriefservice.de)
Datum:
Sa. 5. Sept. 2026
Von:
Harald Brouwers, Pastoralreferent

"Zum Sonntag" stellt das aktuelle Tagesevangelium mit einem zum Nachdenken anregenden Text vor. 

Sonntag, 6.9.2026 - 23. Sonntag im Jahreskreis - A

 

Evangelium Mt 18, 15–20

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
15Wenn dein Bruder gegen dich sündigt,
dann geh und weise ihn unter vier Augen zurecht!
Hört er auf dich,
so hast du deinen Bruder zurückgewonnen.
16Hört er aber nicht auf dich,
dann nimm einen oder zwei mit dir,
damit die ganze Sache
durch die Aussage von zwei oder drei Zeugen
entschieden werde.
17Hört er auch auf sie nicht,
dann sag es der Gemeinde!
Hört er aber auch auf die Gemeinde nicht,
dann sei er für dich wie ein Heide oder ein Zöllner.
18Amen, ich sage euch:
Alles, was ihr auf Erden binden werdet,
das wird auch im Himmel gebunden sein,
und alles, was ihr auf Erden lösen werdet,
das wird auch im Himmel gelöst sein.
19Weiter sage ich euch:
Was auch immer zwei von euch auf Erden einmütig erbitten,
werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten.
20Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind,
da bin ich mitten unter ihnen.

(aus: https://www.erzabtei-beuron.de/schott)

 

„Wo zwei oder drei ...“

Der Satz „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18,20) gehört zu den bekanntesten Worten Jesu aus dem Matthäusevangelium. Oft wird er als Trostwort verstanden: Gottes Gegenwart hängt nicht von Größe, Macht oder äußerem Erfolg ab. Schon eine kleine Gemeinschaft genügt, damit Christus gegenwärtig ist. Gerade darin liegt die besondere Stärke dieses Satzes. Kirche beginnt nicht erst mit großen Institutionen, feierlichen Liturgien oder beeindruckenden Gebäuden, sondern dort, wo Menschen sich im Namen Jesu zusammentun, miteinander glauben, beten, hoffen und Verantwortung füreinander übernehmen. Zugleich enthält der Satz eine Bedingung: „in meinem Namen“. Gemeint ist damit nicht bloß ein äußerliches religiöses Etikett. Sich im Namen Jesu zu versammeln bedeutet, sich an seiner Botschaft auszurichten, also an Liebe, Wahrheit, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit. Wo Menschen nur ihre eigenen Interessen verfolgen oder Macht ausüben wollen, lässt sich dieser Satz nicht einfach beanspruchen. Die Gegenwart Christi zeigt sich dort, wo Menschen versuchen, aus seinem Geist heraus zu leben.

Fabian Brand

(aus: Botschaft heute, Aachen 2026)