Rastplatz (Martin Manigatterer, pfarrbriefservice.de) (c) M. Manigatterer in: Pfarrbriefservice.de

Impuls zum Sonntag

Rastplatz (Martin Manigatterer, pfarrbriefservice.de)
Datum:
Sa. 19. Sept. 2026
Von:
Harald Brouwers, Pastoralreferent

"Zum Sonntag" stellt das aktuelle Tagesevangelium mit einem zum Nachdenken anregenden Text vor. 

Sonntag, 20.9.2026 - 25. Sonntag im Jahreskreis - A

 

Evangelium Mt 20, 1–16

In jener Zeit
erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis:
1Mit dem Himmelreich
ist es wie mit einem Gutsbesitzer,
der früh am Morgen hinausging,
um Arbeiter für seinen Weinberg anzuwerben.
2Er einigte sich mit den Arbeitern auf einen Denár für den Tag
und schickte sie in seinen Weinberg.
3Um die dritte Stunde ging er wieder hinaus
und sah andere auf dem Markt stehen,
die keine Arbeit hatten.
4Er sagte zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg!
Ich werde euch geben, was recht ist.
5Und sie gingen.
Um die sechste und um die neunte Stunde
ging der Gutsherr wieder hinaus
und machte es ebenso.
6Als er um die elfte Stunde noch einmal hinausging,
traf er wieder einige, die dort standen.
Er sagte zu ihnen:
Was steht ihr hier den ganzen Tag untätig?
7Sie antworteten: Niemand hat uns angeworben.
Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in meinen Weinberg!
8Als es nun Abend geworden war,
sagte der Besitzer des Weinbergs zu seinem Verwalter:
Ruf die Arbeiter und zahl ihnen den Lohn aus,
angefangen bei den Letzten,
bis hin zu den Ersten!
9Da kamen die Männer,
die er um die elfte Stunde angeworben hatte,
und jeder erhielt einen Denár.
10Als dann die Ersten kamen,
glaubten sie, mehr zu bekommen.
Aber auch sie erhielten einen Denár.
11Als sie ihn erhielten, murrten sie über den Gutsherrn
12und sagten: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet
und du hast sie uns gleichgestellt.
Wir aber
haben die Last des Tages und die Hitze ertragen.
13Da erwiderte er einem von ihnen:
Freund, dir geschieht kein Unrecht.
Hast du nicht einen Denár mit mir vereinbart?
14Nimm dein Geld und geh!
Ich will dem Letzten ebenso viel geben wie dir.
15Darf ich mit dem, was mir gehört,
nicht tun, was ich will?
Oder ist dein Auge böse,
weil ich gut bin?
16So werden die Letzten Erste sein
und die Ersten Letzte.

(aus: https://www.erzabtei-beuron.de/schott)

 

Ein Beziehungsangebot und kein Arbeitsverhältnis

Ein Unternehmer, der wohl nicht rechnen kann, bei dem ganz sicher die Zahlen nicht stimmen! „Wo kämen wir da hin, wenn Gott so wäre?“
Aber Gott ist kein Kapitalist. Wie Buber es sagt: Erfolg ist keiner der Namen Gottes! Das sind keine Kategorien, die zum Gottesverhältnis passen, weil er Lebensfülle für alle will. So gibt er das, was man lebensnotwendig für den Tag braucht.
Jedem! Jeder! Er jubelt nicht die Erfolglosen oder Habenichtse auf den Thron. Aber er stürzt die Mächtigen. Er unterstützt kein Anspruchsdenken! Zumal das die so Denkenden meist selbst krank macht und ausbrennt. Er gibt unserem Neid und sogar unserem Klüngel und unserem Berechnen („do ut des“: ich gebe, damit du gibst) keinen Raum. ER als Besitzer des Weinbergs lädt uns alle ein zu kommen und so in eine neue Beziehung einzutreten – zu ihm und zueinander. Seine Einladung ist ein Beziehungsangebot und kein Arbeitsverhältnis. Was das für kirchliche Hierarchien bedeuten mag, kann sich jeder selbst ausmalen.
Ich würde in heutigen Kategorien sagen, dass es in der Folge um Empowerment geht, darum jedem eine Chance zu geben, seine Gaben zu entfalten und einzubringen. Wahrer „Erfolg“ zeigt sich in der Fruchtbarkeit der Saat, die aufgeht, in der Kommunikation, mit der wir einander erreichen und in der Versöhnung, die möglich wird.

Ida Lamp

(aus: Botschaft heute, Aachen 2026)