"Zum Sonntag" stellt das aktuelle Tagesevangelium mit einem zum Nachdenken anregenden Text vor.
Sonntag, 12.7.2026 - 15. Sonntag im Jahreskreis - A
1An jenem Tag verließ Jesus das Haus
und setzte sich an das Ufer des Sees.
2Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn.
Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich.
Und alle Menschen standen am Ufer.
3Und er sprach lange zu ihnen in Gleichnissen.
Er sagte: Siehe, ein Sämann ging hinaus, um zu säen.
4Als er säte,
fiel ein Teil auf den Weg
und die Vögel kamen und fraßen es.
5Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden,
wo es nur wenig Erde gab,
und ging sofort auf,
weil das Erdreich nicht tief war;
6als aber die Sonne hochstieg,
wurde die Saat versengt
und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.
7Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen
und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat.
8Ein anderer Teil aber fiel auf guten Boden
und brachte Frucht,
teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach.
9Wer Ohren hat, der höre!
(aus: https://www.erzabtei-beuron.de/schott)
In einem Anruf bei einem leitenden Architekten kam ein Wort von mir bei ihm in „den falschen Hals“. Ich hatte die Sache an sich gemeint und die Personen, die zum Projekt einen verkehrten Vorschlag eingebracht hatten. Ich fing an: „Da muss ich mit Ihnen aber noch ein Wörtlein reden!“ Am frühen Morgen und auf den nüchternen Magen so steil von oben herab stellte der Architekt sofort und direkt seine weitere Beauftragung infrage, wenn „Sie mir so kommen“.
Ich musste sofort reagieren: „Bitte entschuldigen Sie. Ich habe es nicht so gemeint und schon gar nicht Sie persönlich.“ Mein Eifer für das Projekt und einiger Ärger dabei hatten mich unüberlegt das falsche „Wörtlein“ wählen lassen.
Fazit: Ein spontaner, unüberlegter Anruf ist manchmal wie ein Hammer auf das „Saatbeet der Empfänglichkeit“ bei Mitmenschen.
Also Achtung: Ich rufe einen Menschen an, der will zuerst das gute Wort hören mit Freundlichkeit, Höflichkeit und Korrektheit. Dann öffnen sich Herz und Gemüt für das entsprechende Anliegen.
Karl Enderle
(aus: Botschaft heute, Aachen 2026)