"Zum Sonntag" stellt das aktuelle Tagesevangelium mit einem zum Nachdenken anregenden Text vor.
Sonntag, 5.7.2026 - 14. Sonntag im Jahreskreis - A
25In jener Zeit sprach Jesus:
Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde,
weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen
und es den Unmündigen offenbart hast.
26Ja, Vater,
so hat es dir gefallen.
27Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden;
niemand kennt den Sohn,
nur der Vater,
und niemand kennt den Vater,
nur der Sohn
und der, dem es der Sohn offenbaren will.
28Kommt alle zu mir,
die ihr mühselig und beladen seid!
Ich will euch erquicken.
29Nehmt mein Joch auf euch
und lernt von mir;
denn ich bin gütig und von Herzen demütig;
und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele.
30Denn mein Joch ist sanft
und meine Last ist leicht.
(aus: https://www.erzabtei-beuron.de/schott)
Der Sonntag ist der regelmäßige „Wochenurlaub“, die „heilige Pause“, die gottgeschenkte Zeit für ein Entlastungsprogramm für Leib und Seele. Wir suchen Entlastung, so sehr sich viele auch mit schwerem Gepäck belasten und sich ausgerechnet im Urlaub in stressige und waghalsige Zerstreuungen stürzen. Viele Urlaubsanbieter versprechen genau das: dass es Traumstrände und Resorts gibt, an denen wir für begrenzte Zeit die Seele baumeln lassen und Ruhe finden können für unsere aufgescheuchten Seelen. Eigentlich lädt der Urlaub eher zu Entlastung und Tempowechsel ein. Animationsprogramme und hochgesteckte Ziele verursachen neuen Erlebnisstress. Urlaub, das ist geschenkte freie Zeit für Atempausen, zum Genuss von Räumen des Aufatmens, des Abladenkönnens, der Entspannung, für wichtige Gespräche, Spiele ... Doch all die Welten voller Druck, das „Müssen“ und „Sollen“, die Diktatur der Modalverben, erfahren leider nur ein kurzes Moratorium. Angesichts der Strapazen des Arbeitslebens sehnen wir uns nach Worten, Orten und Zeiten, die uns guttun, nach Räumen, in denen wir nichts tun müssen, auch nicht „fromm sein“ und „beten müssen“.
Kurt Josef Wecker
(aus: Botschaft heute, Aachen 2026)